Technisches Hilfswerk
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CMS-Lehrgang Techniker für Katastrophen

Am 3. August machten sich vier THW-Helfer aus den beiden Technischen Zügen des Ortsverbandes Aachen gemeinsam mit sechs Kameraden aus Herzogenrath und einem weiteren aus Euskirchen auf den Weg nach Cuvry, Frankreich.

Gegen 17 Uhr in Aachen losgefahren, kamen die Helfer nach einer Fahrt über Belgien und Luxemburg in dem Städtchen Cuvry bei Metz an. Dort fand der Lehrgang des CMS, einer privat finanzierten französischen Katastrophenschutzorganisation, in einem über die Sommerferien leer stehenden Internat statt.

Einige Tage zuvor war bereits Cornelius Scholl gemeinsam mit Rainer Bergs, Zugführer im Ortsverband Hürtgenwald, mit einem LKW der Fachgruppe Logistik des Ortsverbandes Aachen voraus gefahren, um Material für Ausbildung und Übung in Paris abzuholen und nach Cuvry zu bringen.

Ebenfalls vor Ort waren Gerhard Escherich, ehemaliger Geschäftsführer für den Bereich Aachen, welcher als Vorstandsmitglied des CMS den Lehrgang mit organisiert hat, und die Helfer der Bergungstauchergruppe Aachen, welche in und um Metz mehrere Tauchgänge absolvierten.

Müde von der mehrstündigen Fahrt gab es für die Kameraden vom THW noch eine Kleinigkeit zu Essen, bevor man sich nach kurzer Zeit in die Schlafsäcke verzog. Am nächsten Morgen stellten alle fest, dass es auch in Frankreich nachts unter freiem Himmel verdammt kalt werden kann.

Am nächsten Morgen wurde allen Teilnehmern der Lehrgang durch die Lehrgangsleitung vorgestellt und das Programm für die kommenden zehn Tage bekannt gemacht. Die danach stattfindende Vorstellungsrunde verstärkte zunächst einmal die anfänglichen Sorgen der Helfer, denn so gut wie keiner der französischen Kameraden spricht deutsch oder englisch. Da keiner der deutschen Helfer französisch spricht, kamen ernsthafte Bedenken in Sachen Kommunikation auf. Gerhard Escherich machte jedoch Mut mit seinem Leitsatz: „Auf diesem Lehrgang sprechen wir fünf Sprachen: Französisch, Deutsch, Englisch, Hände und Füße!“ Dies sollte sich in der Tat in den folgenden Tagen mehr als einmal bewahrheiten!

Nach der Vorstellungsrunde wurden die Gruppen- und Truppeinteilungen bekannt gegeben. Die Trupps wurden aus jeweils fünf bis acht Helfern, sowohl aus Deutschland und Frankreich, gebildet, während die Gruppen jeweils aus drei Trupps bestanden. In diesen Einteilungen wurde die Ausbildung durchgeführt, der Küchen- und Spüldienst geleistet, der tägliche (humorvolle) Bericht über den vergangenen Tag verfasst und auch in einem gemeinsamen Großraumzelt ausgeruht und geschlafen. Nicht zu kurz kamen dabei Spass und mancher Unsinn, bereits am ersten Tag wurde während einer Wasserschlacht des Spüldienstes die Küche teilgeflutet. Auch als am nächsten Abend die französischen Teilnehmer während des Abendessens ein Liedchen anstimmten, waren die Kameraden vom THW nicht weit. Kurz nachdem die Franzosen ihr Lied beendet hatten stellten die Deutschen ihre Gesangskünste unter Beweis, um sich dann nach Ende der Gesangsrunde in „fünf Sprachen“ über die Texte der Lieder zu verständigen.

Die Ausbildung wurde ähnlich wie beim THW von den Gruppen- und Truppführern durchgeführt. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den verschiedenen Techniken zur Rettung eines Verletzten aus unterschiedlichsten Lagen und weniger in der Arbeit mit schwerem Gerät wie es beim THW oft der Fall ist.

Besondere Aufmerksamkeit wurde bei der Ausbildung dem Umgang mit Seilen, Knotenkunde und Flaschenzugsysteme gewidmet. Hierbei wurde Material vom CMS verwendet, welches beim THW in dieser Form gar nicht zur Verfügung steht. Beispiele dafür sind Kletterseile, Ablassachten, Umlenkrollen, Seilstopper und Sitzgurte.

Neben für THW-Helfer altbekannten Techniken, wie der schiefen Ebene oder dem Leiterhebel wurden hierbei auch Techniken vorgestellt und geübt, welche es bei der THW-Ausbildung so nicht (mehr) gibt. Allerdings waren auch die bekannten Techniken leicht abgewandelt, so dass die THW-Helfer auch hier Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Vorgehensweisen diskutieren konnten.

Besonderen Eindruck bei den Helfern des THW machten die Disziplin und die Motivation der Franzosen, besonders was den allmorgendlichen Appell, den Umgang mit dem verwendeten Material, aber auch die gemeinsamen Aufgaben wie den Spüldienst betraf.

Diese Tugenden setzten sich vom Aufbauen der Zelte am ersten Tag über den gemeinsamen Marsch von schätzungsweise zehn Kilometern, das Biwak in einer alten Fabrikhalle, die unangekündigten Nachtübungen bis hin zur Abschlussübung, bei der neben französischen Rettungshunden auch die Fachgruppe Ortung des Ortsverbands Aachen dabei war, fort.

Die Abschlussübung fand in einem Übungsgelände statt, welches alle Erwartungen der Teilnehmer übertraf. Obwohl das Gelände eigentlich für die Ausbildung von Rettungshunden angelegt war, eignete es sich auch für eine Großübung hervorragend. Das Gelände erinnerte nicht wenige der Teilnehmer an die einige Tage zuvor in den USA eingestürzte Highway-Brücke. Zwischen Unmengen Schrottautos und –bussen sowie Trümmern und scharfkantigen Eisenstangen machte vor allem der glitschige Boden sowie die Dunkelheit im Gelände den Lehrgangsteilnehmern das Leben schwer. Trotzdem konnten die Verletzten(-Darsteller) alle in wenigen Stunden aus ihrer Lage befreit werden, nicht zuletzt durch die hervorragende Arbeit der Rettungshunde und ihrer Führer.

Nach dem „Großreinemachen“ sowie der Materialpflege am kommenden Tag fand am letzten Abend zur Freude aller eine kleine Party statt. Dabei waren vor allem die gemeinsam verlebten letzten zehn Tage und der Ablauf der Übung Gesprächsthema.

Am letzten Morgen kurz nach dem Frühstück und dem obligatorischen Austauschen der Adressen machten sich die Kameraden des THW wieder auf den Weg Richtung Aachen.
Zusammenfassend kann man bei diesem Lehrgang nur von einem vollen Erfolg sprechen und jedem motivierten Helfer zur Teilnahme raten.

Bericht und Fotos:
Christian Rottländer
1.TZ-E
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