Nochmal Bernd, nochmal KFZ im Wasser

Bei Aufräumarbeiten an der Inde in Eschweiler wurde unter einer Brücke ein Fahrzeug-Wrack gefunden. Dieses wurde im Zuge des Hochwassers im Juli dort eingespült und war, bisher von Wasser und Treibgut bedeckt, unentdeckt geblieben. Die Bergungstauchergruppe aus Aachen unterstützte den OV Eschweiler bei den Arbeiten in der Inde.

Schon bei den ersten Erkundungstauchgängen stellte sich eine komplexe Lage des Fahrzeuges in der Inde heraus. Das Fahrzeug wurde von der Strömung des Hochwassers in Schräglage gegen einen Brückenpfeiler gedrückt und war bis über die Motorhaube mit Sand und Kies bedeckt worden. Dementsprechend befand sich der Großteil des KFZ nicht nur unter Wasser sondern war in den Boden eingespült worden. Die Inde ist im Einsatzbereich im Normalfall etwa knietief, in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug jedoch auch so tief, dass ein Arbeiten am Wrack nur mit Tauchgeräten möglich war.

Insgesamt zwei Samstage brachten die Helfer aus Aachen und Eschweiler damit zu, die Einsatzstelle zu erkunden und zu sichern, sowie mehrere Bergungsversuche zu unternehmen. Erste Bergungsversuche schlugen fehl, da sich das Fahrzeug nicht vom Grund lösen konnte. Lediglich einzelne Fahrzeugteile konnten aus dem Wasser geborgen werden. Am zweiten Samstag wurde daher begonnen mit entsprechender Ausrüstung Sand und Kies vom Fahrzeug weg zu spülen. Dabei wurde das THW von der Feuerwehr Eschweiler unterstützt, die die Pumpe für das Spülwasser stellte und bediente. Im Zuge dieser Arbeiten wurde außerdem Treibgut aus der Inde geräumt und von der Feuerwehr mit Unterstützung der Bergungstauchergruppe eine Ölsperre im Unterlauf gesetzt. Nachdem mehrere Kubikmeter Sand und Kies bewegt wurden, war das Fahrzeug besser zugänglich. Jedoch wurden die Arbeiten durch den stetig weiter nachrutschenden Uferbereich erschwert.

Im Rahmen der fortlaufenden Unterwasser-Erkundungen wurde festgestellt, dass das Fahrzeug direkt an einer Rohrleitung anliegt. Diese Rohrleitung verhinderte vermutlich ein weiteres Forttreiben des Fahrzeugs während der unmittelbaren Hochwassersituation. Um eine Beschädigung einer eventuell kritischen Leitung zu verhindern, wurden die Bergungsversuche zunächst eingestellt. Die Ergebnisse der Unterwasser-Erkundung wurden für weitere Planungen zur Verfügung gestellt.

Die Taucher aus Aachen haben im Zuge des Hochwassers bereits vier Fahrzeuge aus Gewässern in Stolberg und Schleiden geborgen. Alle waren stark mit Geröll gefüllt und dadurch mehrere Tonnen schwer, was eine besondere Herausforderung für die Bergung darstellt. In Eschweiler lief die Zusammenarbeit der THW Ortsverbände und der Feuerwehr reibungslos.

Bericht: Dr.-Ing. Philipp Michel
Leiter des Tauchdienstes / Gruppenführer Bergungstaucher
Ortsverband Aachen


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